wolfsangler  
 
  Angeln in Tschechien CZ 23.09.2017 09:08 (UTC)
   
 
Seit 2008 fische ich wieder in Tschechischen Gewässer, doch es hat sich einiges geändert. Dewegen möchte ich mit diesem Teil 1 Bericht die damalige Zeit erklären, damit ihr später ein Vergleich zu 2008 und 2009 ziehen könnt.

Angeln am Skalka ( Tschechei ) 1995 Teil 1

Das wir auf die Idee kamen in der Tschei zu fischen , hatte folgende Gründe.
Wir wohnen nur 6 Km von der Grenze nach drüben entfernt, mein Freund Gisbert hatte keinen deutschen Angelschein, und ich hatte einen älteren Kolegen der seit Jahren drüben fischt.
In Cheb ( Eger ) gingen wir in das Büro des westbömischen Angelverbandes und kauften uns dort die Lizenz und die Jahreskarte, was damals zusammen 150 DM kostete.
Es war April und wir suchten mit dem tschechischem Revierbuch alle in der Nähe gelegenen Möglichkeiten ab, wie der dortige Bestand war.
Ob wir in der Ohre ( Fluss Eger )fischten, die gerade mal 4 - 6 m breit und max 1 m tief war , oder in Hranice, Studanka oder Vernerov angelten und zu Tagesausflügen nutzten, dessen Dörfer nicht mal einer findet der sie sucht, so abgelegen und so klein waren die Teiche. Aber wie üblich war der Bestand mehr als nur schlecht, sondern sehr schlecht. max 38 cm Schuppenkarpfen oder 40 cm Zander und 50 cm Hechte.
Und jeder Tscheche der uns sah, hätte fast geheult, wenn wir die kleinen Fische wieder zurück setzten.

Es kam der Juli auf uns zu, und ich überedete meinen Freund , einmal einen längeren Ansitz an einer der super großen Stauseen zu unternehmen. So entstand dieser Urlaub.
Zu der damaligen Zeit, gab es am Skalka nur etwa 10 bis 12 Wege die einem den Zugang ans Wasser gewährten, und davon vielleicht 2 Wege wo man mit dem PKW bis direkt an Wasser fahren konnte.
Dieses Auskundschaften kostete uns vorab einen ganzen Tag der Suche nach einem Platz. Ok Platz war gefunden, doch mein Freund hatte auf solche großen Distanzen noch nie gefischt. Aber es war genug Zeit, denn es war ja erst ein Tag ohne das wir hier am Wasser bleiben, denn der Urlaub war noch in Planung.
Ab nach Hause und an meinem Teich auf der Wiese mußte mein Freund nun das Werfen üben. Egal was er versuchte, er kam nicht mal auf 10 m an meine Wurfdistanz heran.
Klar ich mit Carp-Steckruten und er mit Teleruten.
Ok wir mußten mein Kanadier Boot mitnehmen, damit seine Montage auf dem Futterplatz gezogen werden konnte. Soweit jedenfalls mein Gedanke.....
Doch später mußten alle 4 Montagen von uns immer mit dem Boot ausgelegt werden, da die Karpfen sehr weit draußen standen.

Dann ging es Montags los.
Ich fuhr in rüber, mit vollem Anhänger , Nubrollyzelt Liege, Ruten, Gerätekiste und massen an Futter. Alles was er benötigte, bekam er von mir, von Rollen , Ruten bis hin zum Wirbel oder Haken.



Ich mußte noch 4 Tage arbeiten, also lernte ich ihn an, und wir brachten die 2 Bojen aus. Eine auf Distance von ca 200m und die andere in seiner Wurfweite von etwa 65 m.
Dort sollte er tägl 2 mal mit eingeweichtem Hartmais, Sojaschrot und Forelli Boilies anfüttern.




Nach 4 Tagen kam ich auch fest rüber und brachte Frau und Kind mit.
Unser Nachbar am Platz, war ein alter Tscheche mit seinen Freund und seinen 2 Jungs. Der Vater arbeitete 6 Wintermonate in Deutschland als Waldarbeiter, und 6 Monate am See, wo sie in einem Pavilon haußten ( wohnten ).

13 Tage ging bei uns gar nichts, selbst Weißfische mußte man zum Biss überreden.
Durch eine Bootsfahrt mit unserem Nachbarn und Echolot, fanden wir den Flußlauf, der aber in über 300m Entfernung für uns unerreichbar war.
Doch auch ohne Fisch waren diese ersten 13 Tage super.
Zauneidechsen nahmen meine Steckrutentasche als ihren Hügel an, auf dem sie sich tägl sonnten.  




Nach einem Einkauf mit dem PKW flog mir eine Taube, die sich später als deutsche Brieftaube entpuppte, unter mein Auto, die ich mit zum Platz nahm .
Meine Frau pflegte sie 3 Tage , mit Mais, Sojaschrot und Weizenkörnern auf, bis sie startete und nach Westen flog. Ein kurzes Guru-Guru zum Abschied und weg war sie.




Von unseren Nachbarn wurden wir vom ersten Tage an, wegen unseres Autos und Nachtangelverbot gewarnt , die sich aber selber nicht daran gehalten haben. *grins*

Versorgt wurden wir alle 5 Tage mit einer Katonagenpalette von 30 Eiern , wo Carina mein Schatz 2 Tage lang Pfannkuchen für alle gebraten hatte , und mit Kartoffelpuffer ergänzte sie nochmals unseren Speiseplan, wo man jeden Abend näher zusammen rückte , denn das tschechische Bier ist besser als jedes Deutsche was oft einen Rausch nach sich zog, denn die Böhmen sind trinkfest...lach.

Tägl um 19.30 Uhr , machte ich das Futter klar.
Eingeweichter abgekochter Hartmais u. Weizen, gemischt mit Sojaschrot und 1,5 kg selber gemachten harten Forelli-Boilies.
Montagen eingeholt, neu bestückt, ab in den Kanadier ( Kanu ) Gisbert ans Heck und ich in die Mitte zum rudern.
Carina hatte meine Ruten an Land und passte auf ,das die Rollen gut surrten bzw Schnur ablief.
Abermals und abermals ermahnte ich Gisber schon, die Häken in die Holzbänke vom Boot zu stecken.   Aber Nein , aber Nein !
Er behielt sie zwischen Zeigefinger und Daumen, links und recht jeweils in einer Hand.
Es passierte was irgendwann passieren mußte...................
Eine Rolle am Ufer stockte kurz, die Schnur spannte, das Blei im Boot erhob sich binnen einer 10tel Sekunde und der Haken in Gisberts Hand, machte dies, was er eigentlich im Karpfenmaul machen soll, er bohrte sich ins Fleisch.
Es war nur ein kurzer Ruck, aber es genügte daß der Haken in den Daumen schoß, sich durchbohrte und fast durch den Daumennagel drang.
Ich wunderte mich warum er so schrie, bis ich die gespannte Schnur sah.   Schnell bremste ich mit den Paddeln das Kanu, doch es wehte ein arger Wind.
" Schatz schnell. Schaaatz ..Schatzi ! " rief ich zu meiner Frau ans Ufer...
" Mach den Rollenbügel auf , Gisbert steckt der Haken im Daumen ! "
Aber , wäre es nicht so ernst, könnte man Lachen , was nun folgte.....!!!!!
Carina verstand nichts, nahm am Ufer meine Rute in die Hand und fing zum drillen an...
Und das gab dem Haken im Daumen den Rest, denn nun durch den Zug von meiner Frau, bohrte sich dieser noch durch den Nagel und der Daumen war durchbohrt gewesen.

Liebe Angelfreunde stellt euch den Anblick vor, der da dargeboten wurde...
Gisi im Boot, Daumen hoch erhoben, brüllte vor Schmerzen, und am Platz zieht dazu mein Liebling an der Rute und kurbelt die Schnur ein, an dem unser Freund aufgespießt hing.
Bis ich aufstehen wollte um den Karabienerwirbel zu öffnen um das Vorfach auszuhängen.   Doch da brüllte er wieder, ich solle sitzen bleiben, da wenn ich aufstehe, das Kanu schwankt und er panische Angst hatte, das Boot könnte kippen, wo er nicht schwimmen konnte.   
Nun brüllte ich ihn an:   " Entweder drillt uns meine Frau 150m ans Ufer, oder du hältst deine Klappe und ich hänge das Vorfach aus.  ....was ich dann auch tat und zurück ruderte.
Doch hier war es nicht zu Ende..denn er weigerte sich, den Haken mit der Zange entfernen zu lassen.   Meine Worte waren: " Warte noch 20 Minuten, und dein Schock ist weg, und dann beginnt es in deinem Daumen zu pochen, und zu schmerzen.
Bis unerwartet Carina , meine Frau, reagierte.
Ich hatte die Zange angesetzt und der Wiederhaken sammt Spitze ja schon entfernt, was kein Problem am Daumennagel war.
Sie lügte und rief: " !!! Gisbert Wow, na das mußt mal sehen, da badet eine nackig..!""
Denn er war immer schon ein Spanner und rief " Wo..wo denn ! "
Und da , mit einem Ruck zog ich den Haken raus, was mit einem " Wolf du bist ne Drecksau..! " quittiert wurde...er dann kreidenbleich wurde und 2 Std in sein Zelt verschwand..
Bis er um 23 Uhr wieder auftauchte und nach ein Bier verlangte.
Dies werden wir alle nie vergessen.
Der schwerste Fang den Carina je drillte.....lool

Aber weiter zum Fisch.................

Dann kam der Umschwung. Wir versetzten unsere Boje ca 80m nach links, wo wir näher an der Futterstelle unserer Nachbarn dran waren, die mit gekauften Boilies ebensowenig fingen.
Dann in der Nacht ging es los.  Am Tag hatten mehrere Gewitter die 32 C Hitze abgelöst und das Wasser bekam durch Platzregen genug Sauerstoff....daß war der Knackpunkt.
In den folgenden 3 Nächten folgten 12 Karpfen, von 8 bis 22 Pfund.
Doch der erste Große den Gisbert an der Rute hatte, lies ihn zu jammern anfangen, da er schnell die Kraft verlor und er überfordert war.  So drillte ich seine ersten beiden und sagte : " Entweder er drillt seine nächsten Karpfen selber oder er hätte Pech. "
Der Jubel bei uns war groß, und vergessen waren die Beißflauten der letzten Wochen.
Und der Glanz in Gisberts Augen war nicht zu übersehen, besser als ein Kleinkind zu Weihnachten, daß seine Geschenke auspackt.







Dort lernte ich in der ersten Woche auch einen anderen Tschechen kennen, wo sich heraus stellte, das dieser auf der Hauptpolizei-Station in Cheb Geräte und Waffenwart war.  So hatten wir Schutz vor Kontrollen, und konnten 24 Std durchfischen und unser PKW war nun auch kein Problem mehr.
Bekamen von ihm auch eine Blanko Erlaubniss das er uns tägl kontrolliert hatte, was klaro nicht der Fall war.
Er schenkte mir auch einen russischen Regenponcho, wo 3 Mann hätten drunter passen können, und einen russischen Militärschlafsack mit dem man sich sogar im Winter auf dem Schnee legen kann.  Er wollte, obwohl er mich ja noch nicht lange kannte, nur das ich ihm aus Deutschland 2 Steck-Karpfenruten bestelle, ( die er auch nach dem Urlaub bei einem Besuch bei ihm, bekam )

Was noch folgte, war:
Unsere Nachbarn zeigten uns, wie sie Marmorkarpfen fangen.
Irrer großer Drilling, 60g Blei und starke Schnur.
Rein ins Boot und über den See ruhig treiben lassen.  Wenn sie einen Schwarm Marmorkarpfen an der Oberfläche sehen, werfen sie drüber weg, und holen schnell ein und reißen den Fisch am Rücken ( siehe Foto ) , dieser gewogen, 30 Pfd ergab.




Wie man damit am Ufer umgegangen ist, seht ihr ja.

Zwar eine Sauerei, aber so ist es halt, andere Länder andere Sitten.
Diese Art des Fischens übten wir aber nicht aus, denn solch ein Tierfrevel lehne ich total ab.

Nach 15 Tagen mußte mein Freund wegen Job den Urlaub abbrechen und Carina und ich wollten noch 3 Tage länger bleiben, was sich dann zu weiteren Irrtum heraus stellte.
Durch Regenschauer, war der Waldweg mit Anhänger und Gewicht unpassierbar.  So verlängerten wir zwangsläufig den Aufenthalt, was dann insgesammt fast 4 Wochen Urlaub ergab.

Gebissen hat nur noch wenig, was gesammt gerechnet, mit Gisberts Karpfen 16 Carps ergab, wo der größte 22 Pfund hatte und der kleinste 6 Pfd.
Raubfische fingen wir nur einen Zander von 78 cm, den der Sohn nach ein paar Std. immer noch nicht ausgenommen hatte. Mahlzeit.


Kein Aal kein Waller ( Wels )

Da ich wußte wie die Tschechen mit jedem Fisch umgehen, hatte ich kein schlechtes Gewissen meine 6 Karpfen von 12 bis 22 Pfd in meinem Transportbehälter mit nach Hause zu nehmen und diese in mein 0,8 ha großen Teich zu setzen.








Eine 2500 L /h Pumpe war im Transportbehälter eingebaut.

Aber es ging fast schief.
Hatte extra die neuen Vorschriften von Transport lebender Fische nach Deutschland in der Tasche.  So ab an den Grenzübergang Schirnding, wo Kontrollen noch fest im tägl Grenzablauf statt fanden.  Ich fragte mich durch und fand die Tierveterinärstation der Grenze.   Ich ging zu der Tierärztin, der ich erklärte, das ich da stehe, und lebendige große Karpfen in meinem Anhänger habe.  Doch das juckte sie nicht, sie kontrollierte fast eine Stunde, den LKW mit Trockenfutter, weiter.
Im Schatten waren die Temp. über 32C gewesen, ohne den Fahrtwind, stiegen die Temp im Anhänger und im Fischbehälter schnell in die Höhe.
Bis sie endlich kam, um meine Fracht zu betrachten.
Sie ließ mich nicht einreisen, da meine Fische kurz vor dem Umkippen waren.
Ich fragte ob sie noch klar im Verstand wäre, mich hier eine Std warten zu lassen in brennender Sonne , um dann mir solch ein Vorwurf zu machen.
Sie sagte ich solle zurück am Stausee fahren um die Fische zu entsorgen.
??????????????  Ich sagte sie kann mich mal............ ( Nein mehr sagte ich nicht, wäre Beamtenbeleidigung.
So sagte ich, das ich mir das nicht gefallen lasse und wo anders über die Grenze fahre.
Sie drohte mir, an den anderen 4 Grenzen anzurufen, was mir egal war, und ich meinte, sie solle das ruhig tun, denn ich werde eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreiben, wegen Tierquälerei, denn lebende Fische gehen vor solch einer Kontrolle des LKW.

Somit stiegen wir ins Auto, drehten um und fuhren 32 Km nach Ash ( Asch Übergang Selb ) wo ich auf den Kotrollstreifen fuhr und meine Fische anmeldete.  Der Zoll und 1 Polizist kam zu uns und verwiesen mich nach Schirnding.
" Da komme ich gerade her, war meine Antwort. "  Und dann erklärte ich meine Situation, und was in Schirnding mit der Tierärztin ablief.
Und ich hörte , daß diese Frau schon angerufen hat und verlangte mich nicht über die Grenze zu lassen.
Die Zöllner sahen meine Karpfen an, einer war selber Angler und stellte fest, den Karpfen fehlt gar nichts und wenn ich in Selb meinen Teich habe, dürfte ich ohne Probleme über die Grenze, mit einem zugedrücktem Auge......blinzl...

Ich hatte fast geheult vor Glück und nahm mir am Teich über eine Std Zeit um die Karpfen abzuwässern.  Und nach 13 Jahren schwimmen sie Heute noch munter umher.



Liebe Angelfreunde....Ich wollte hier keinen der üblichen Angeltrips beschreiben, welcher Köder, welcher Drill, wie lange der Drill dauerte, sondern ich bleibe bodenständig, denn ein schöner Angelurlaub ist mehr als nur Fisch Fisch Fisch.

Hoffe euch gefiel mein Bericht.......
Gruß Euer Wolfi











 
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